Die EPC Endure Toro: Nicaragua meets Cameroon at it’s best!

Die EPC Endure Toro: Nicaragua meets Cameroon at it’s best!

Manchmal liegt das Außergewöhnliche nicht in der Schlichtheit, sondern in den grellen aber dennoch edlen Details. Die EPC Endure Toro ist so ein Fall: Sie schreitet pompös ins Rampenlicht und zieht den Genießer mit orangefarbener Eleganz und feinsinnigen optischen Nuancen in ihren Bann. Bereits beim ersten Blick offenbart sie kleine, charmante Eigenheiten: Die auffällige orangefarbene Anilla funkelt auf dem mittel- bis dunkelbraunen, besonderen Deckblatt, auf das ich später noch zu sprechen komme.

Die zweite, unauffälligere Anilla befindet sich am Fuß der Zigarre und gibt einen bedeutungsvollen Hinweis: Das Cameroon-Deckblatt stammt von den berühmten Meerapfel-Plantagen. Für Kenner ist dies ein stilles Versprechen an höchste Qualität. Doch bevor man einen ersten Blick auf das etwas rustikal wirkende Deckblatt werfen kann, muss man erst das transparente Papier entfernen, das die Zigarre bedeckt. Das Deckblatt indes erzählt seine eigene Geschichte, bevor überhaupt der erste Zug den Gaumen erreicht. Beim Riechen an der ungezündeten Zigarre steigen Noten von frischer Erde, Scheune, Vanille und leichtem Papiergeruch auf. Ein olfaktorischer Auftakt, der das Versprechen von Handwerkskunst und Authentizität unterstreicht.

Genau „hinschmecken“: Komplexität als Eintönigkeit getarnt

Schon beim Anzünden beginnt die Zigarre deutlich zu sprechen. Es fließen Aromen von Holz, Leder und einem Hauch weißen Pfeffers über den Gaumen. Doch wer genau hinhört, erkennt: Unter der zunächst etwas eintönigen Oberfläche brodelt eine Komplexität, die Zug für Zug wächst. Die Endure Toro startet mit einer Coolness, die eher einer Dryness gleicht. Ein zarter Hinweis auf das, was noch kommen wird. Der erste Zug offenbart eine fast holzig–ledrige Harmonie. Der Rauch ist mittelvoll, die Stärke noch moderat, der Widerstand des Zugs angenehm gleichmäßig und somit ein Musterbeispiel für präzise Konstruktion: EPC eben. Anfangs fast zart, entfaltet die Zigarre subtile Nuancen von Nüssen, noch bleibt die Süße eher zurückhaltend.

Cameroon – Ein Gewand, das ihr steht

Im zweiten Drittel entwickelt sich die Endure Toro zunehmend lebendig. Nussige Noten treten deutlicher hervor, begleitet von einer eleganten Erdigkeit, dezentem Leder und einem leichten Pfefferkick. Manchmal schleicht sich eine Erinnerung an frisch gebackenes Landbrot ein, mal an geröstete Nüsse und die würzig-süße Note des Cameroon-Deckblattes tritt deutlich hervor. Kleine Überraschungen, die jede Zigarre einzigartig machen. Retronasal braucht es einen Moment, bis dass ich die Komplexität der Aromen auseinanderhalten kann. Die Nasenschleimhaut wird von dem zarten Pfeffer-Kick gekitzelt.

Die Endure Toro fordert Aufmerksamkeit, nicht im konstruktiven Bereich. Dieser ist bei Carrillo stets perfekt. Aber man muss tief in die Aromen eintauchen und sich einschmecken. Dann nimmt man deutlich mehr als Holz, Leder und Nuss wahr. Iletzten Drittel entfaltet sie ihre volle Bandbreite. Nussige Töne verbinden sich mit cremiger Textur, einem leichten Umami und sanfter Süße. Pfeffer und Kräuter setzen Akzente, während die Erdigkeit der Basis Struktur verleiht.

Die EPC Endure Toro ist eine Einladung, sich auf eine komplexe Aromenreise einzulassen. Holz, Leder, Nüsse, Pfeffer, subtile Süße. Jedes Drittel, jeder Zug, jede Nuance eröffnet ein neues Detail, das den Genuss vertieft. Sie ist ein Dialog zwischen Tabak, Handwerk und Genießer, und wer aufmerksam ist, wird von ihrer Vielfalt und ihrer Eleganz immer wieder überrascht. Die EPC Endure Toro ist ein Schmackofatz von Ernesto Perez-Carrillo. Sie ist eine Zigarre, die man erleben und nicht nur nebenbei rauchen sollte. Sie vereint Eleganz, Komplexität und Charakter, überrascht mit subtiler Verspieltheit und belohnt den aufmerksamen Genießer mit einer reichhaltigen, feinsinnigen Sinfonie aus Aromen.

EtwasGenuss wünscht euch Toto!


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