Die Cavalier Genève Domaine Rouge 1956 Toro ist eine Zigarre, die man in jeder Hinsicht ernst nehmen sollte. Nicht nur wegen ihres aromatischen Profils, sondern auch wegen der handwerklichen Präzision, die sie zeigt. Für Sébastien Decoppet, den Gründer von Cavalier Genève, ist diese Zigarre etwas ganz Persönliches: Sie ist seinem 2021 verstorbenen Vater Pascal gewidmet, trägt dessen Geburtsjahr 1956 im Namen und verbindet damit Erinnerung, Herkunft und Leidenschaft in einem Rauchgenuss, der bewusst auf Tiefe statt Effekthascherei setzt.
Gefertigt wird die Serie in Honduras, benannt nach der markanten roten Fabrik, die für Decoppet eine besondere Bedeutung hat. Die Domaine Rouge versteht sich als konsequente Weiterentwicklung der Inner-Circle-Linie und ist seit Ende 2025 in Deutschland erhältlich.
Gute Konstruktion und tolle Aromen im Einklang
Die Toro liegt fest in der Hand, dicht gerollt und gut gebaut. Das Deckblatt aus honduranischem Jamastran (Viso) ist glatt und von feinen Adern durchzogen, das Connecticut-Umblatt unterstützt die tolle, leicht ölige Optik und sorgt für Stabilität. Die Einlage aus nicaraguanischem Jalapa, honduranischem Jamastran und dem selten eingesetzten paraguayischen Tabak ist sauber arrangiert und vermittelt von Anfang an ein gleichmäßiges Zuggefühl. Die Zigarre zieht gut, nicht zu leicht, aber auch nicht zäh. Man merkt sofort, dass hier erfahrene Hände am Werk waren.
Der Abbrand ist überwiegend gerade und stabil. Kleine Korrekturen genügen, einmal musste nachgefeuert werden. Das liegt im üblichen Rahmen für eine handgerollte Longfiller-Toro. Insgesamt ist das Rauchverhalten kontrolliert, der Zug konstant, und die Zigarre liefert vom ersten bis zum letzten Zug ein befriedigendes, gleichmäßiges Rauchvolumen. In Kombination mit der festen Konstruktion entsteht ein insgesamt sehr befriedigendes Handling, das den Fokus auf das Geschmackserlebnis lenkt.
Klarheit und Balance
Die Domaine Rouge Toro überzeugt aromatisch von Beginn an durch Klarheit und Balance. Im ersten Drittel dominieren trockene, holzige Noten, begleitet von einer erdigen Basis und einer dezenten Würze. Der Rauch ist zunächst trocken, was die Holztöne betont, während Pfeffer und andere aggressive Komponenten äußerst dezent bleiben. Die Zigarre wirkt seriös und strukturiert, ohne direkt in Süße abzudriften.
Im zweiten Drittel öffnet sich das Aromenspektrum. Die holzigen Noten bleiben Basis, werden aber von feinen, leicht herben Schokoladentönen begleitet. Der Rauch wird cremiger und dichter, die anfängliche Trockenheit weicht einer geschmeidigen Textur. Die Einlagetabake arbeiten hier perfekt zusammen: Nicaraguanische, honduranische und paraguayische (!) Tabake sorgen für einen (mittelkräftigen) Körper und Stabilität. Alles bleibt harmonisch und ausgewogen, keine Note dominiert.
Im letzten Drittel gewinnt die Zigarre leicht an Intensität, ohne ihren mittelkräftigen Charakter zu verlassen. Der Rauch ist dicht und cremig und neue Nuancen wie feine Muskat- und Vanillenoten treten hinzu, dezent, elegant und gut eingebunden. Die Erde wirkt dunkler, das Holz kräftiger, und die Würze bleibt präsent, ohne zu scharf oder dominant zu werden. Insgesamt zeigt sich hier die Domaine Rouge von ihrer geschlossensten Seit: stabil, aromatisch vielschichtig und sehr harmonisch.
Eine persönliche Geschichte, eine persönliche Zigarre
Die Cavalier Genève Domaine Rouge 1956 Toro ist eine Zigarre für Aficionados, die Wert auf Präzision, Balance und ein delikates und ausgewogenes Aromenspektrum legen. Sie vereint eine saubere Konstruktion, kontrollierten Abbrand und ein aromatisches Profil, das Holz, Erde, Würze, Schokolade sowie subtile Gewürz- und leichte Vanillenoten klar und nachvollziehbar miteinander verbindet. Gleichzeitig trägt sie die persönliche Geschichte ihres Schöpfers in sich, ohne aufdringlich zu wirken. Für faire 12 Euro wird man mit einer eleganten, ausgewogenen und emotional berührenden Zigarre belohnt, die sowohl handwerklich als auch geschmacklich überzeugt.
EtwasGenuss wünscht euch
Toto



