Luciano Y Panda Sublime: Eine Zigarrenreise zwischen China, den USA und Nicaragua

Luciano Y Panda Sublime: Eine Zigarrenreise zwischen China, den USA und Nicaragua

Die Luciano Y Panda Sublime erzählt eine Geschichte, eingehüllt in Tabak, von einer Reise über Kontinente und Kulturen hinweg. Ihre Entstehung ist untrennbar verbunden mit Linxu „Panda“ Yan, einem jungen Mann aus China, der mit 16 Jahren seine Heimat verließ, um in den Vereinigten Staaten ein neues Leben zu beginnen, und schließlich in der Zigarrenwelt Nicaraguas Fuß fasste.

Yan, dessen Weg von Trennung, Sehnsucht und Entdeckung geprägt war, wurde zur Inspirationsquelle für Luciano Meirelles, der 2023 seine eigene Tabacalera in Estelí gründete. Gemeinsam entwickelten sie die Y Panda Sublime, eine Zigarre, die Yin und Yang in Tabakform sein soll: die sanfte Süße und milden Aromen spiegeln den Schmerz des Zurücklassens und die Freude über das Ankommen wider, das Erlernen einer neuen Kultur und das Finden der eigenen Berufung.

Eine Zigarre mit Geschichte

Schon beim Anblick der Zigarre wird klar, dass sie mit Bedacht gefertigt wurde. Das Deckblatt besteht aus ecuadorianischem Corojo 98 Colorado, dunkelbraun, leicht rustikal und leicht ölig, während darunter zwei Umblätter aus brasilianischem Arapiraca und ecuadorianischem Sumatra liegen, die für Ausgewogenheit und subtile Süße sorgen. Die Einlage besteht aus nicaraguanischem Tabak: Jalapa Viso aus Jalapa und Seco aus Estelí .

Beim ersten Zug zeigt die Sublime erdige Töne, ergänzt durch leichte Holzaromen, dezenten weißen Pfeffer und einer subtilen Süße. Das Mundgefühl ist eher trocken als cremig, aber es bereitet den Gaumen auf die Nuancen vor, die im Verlauf folgen. Im zweiten Drittel lösen sich die erdigen Noten auf und machen Platz für Ledrigkeit und Kaffeearomen, die das Zusammenspiel von Umblatt und Einlage unterstreichen.

Das Finale bringt Toast-Noten und dezente Nuancen von Nüssen, angenehm harmonisch, aber insgesamt etwas oberflächlich, da kein Aroma so richtig heraussticht. Der Zugwiderstand ist gut, leicht offen, und der Abbrand beginnt sauber, wird im Verlauf jedoch unregelmäßig, sodass gelegentlich korrigiert und sogar nachgefeuert werden muss. Geschmacklich bleibt die Zigarre trotz ihrer Nuancen etwas zurückhaltend; sie wirkt ein wenig beliebig, besonders im Vergleich zu anderen Zigarren derselben Preisklasse.

Gewisse Aromenvielfalt und trotzdem irgendwie beliebig

„Panda“ selbst, der die sensorische Fähigkeit besitzt, Aromen präzise zu erkennen und zu kombinieren, brachte diese Gabe in den Blend ein. Demnach sollte die Zigarre wohl so schmecken, wie sie es tut. Sie wird so zum Spiegelbild seiner Reise: die chinesische Akribie, die amerikanische Experimentierfreude und das nicaraguanische Handwerk verbinden sich zu einem harmonischen Ganzen. Für Liebhaber ausgewogener Zigarren, die eine Geschichte erzählen und dabei sanft die Sinne ansprechen, ist die Sublime ein Erlebnis. Sie ist recht elegant, zugänglich, harmonisch, allerdings ohne aufregende Höhen und Tiefen. In dieser Zigarre manifestiert sich die Reise von Linxu „Panda“ Yan, die vom Mut, vom Neuanfang und von der Suche nach der eigenen Berufung erzählt.

Die Luciano Y Panda Sublime kann man Zug für Zug nachvollziehen, von den ersten erdigen Tönen über die herben Kaffee- und Ledernoten bis zu den finalen Toast- und Nussnuancen. Wer bereit ist, sich auf diese Reise einzulassen, wird verstehen, warum Luciano und Panda diese Zigarre mit so viel Bedacht entwickelt haben: Sie ist ein Experiment zwischen Tradition und Innovation, ein Ausdruck von Yin und Yang, von Verlust und Entdeckung, von Vergangenheit und Zukunft, alles zusammengehalten in einem sorgfältig geblendetem Tabak.

EtwasGenuss wünscht euch
Toto


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