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Heute schauen wir uns eine Zigarre an, auf die ich ehrlich gesagt ziemlich gespannt war: die CLE Maduro Robusto. Kennengelernt haben wir sie auf der InterTabac – und CLE steht normalerweise für starkes Preis-Leistungs-Verhältnis, gerade bei Connecticut, Corojo und Criollo.
Mit der Maduro-Variante wird das Portfolio nun ergänzt. Die Frage ist also ganz klar:
👉 Kann die Maduro mit den anderen CLE-Serien mithalten?
Steckbrief
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Marke: CLE
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Serie: Maduro
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Format: Robusto
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Herkunft: Honduras
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Deckblatt: Mexiko San Andrés (Angaben nicht ganz eindeutig)
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Umblatt: Honduras
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Einlage: Honduras
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Preis: 9,90 €
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Erster Eindruck
Typisch CLE kommt die Zigarre mit der bekannten Papierhülle, die sich angenehm leicht entfernen lässt – deutlich praxisfreundlicher als viele klassische Banderolen.
Darunter zeigt sich ein sehr dunkles, mattes Deckblatt, irgendwo zwischen Maduro und Oscuro. Wenige Blattadern, aber gut sichtbare Rollnähte – optisch rustikal, nicht elegant, aber stimmig.
Kaltgeruch:
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dunkle Zartbitterschokolade
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kräftige Röstaromen
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Erde
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insgesamt sehr herb
Kaltzug:
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sehr offen (ca. 20–25 %)
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Schokolade, Röstaromen, Erde
Der erste Eindruck ist klar: deftig, herb, keine Süße – das wird kein gefälliger Crowd-Pleaser.
Rauchverlauf
Erstes Drittel
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Zug: sehr offen (ca. 35 %)
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Rauchabgabe: gut
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Aromen:
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dunkle Zartbitterschokolade (dominant)
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Röstaromen
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Erde
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Interessant: Im Gegensatz zum Kaltzug steht jetzt die Schokolade klar im Vordergrund, während die Röstaromen etwas zurücktreten. Dazu gesellt sich eine deutliche Pfeffernote, die ein leichtes Kribbeln unter der Zunge erzeugt.
Negativ fällt früh auf:
👉 sehr lockere, bröselige Asche
👉 leichter Schiefbrand
Zweites Drittel
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Zug: 35–40 %, minimal geschlossener
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Abbrand: weiterhin ungleichmäßig, korrigiert sich meist selbst
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Asche: locker, regelmäßiges Abaschen sinnvoll
Aromatisch verschiebt sich das Bild:
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Röstaromen nun vorne
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Schokolade und Erde treten etwas zurück
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Pfeffer bleibt konstant präsent
Das Profil bleibt herb und geradlinig, ohne große Entwicklung oder neue Facetten.
Letztes Drittel
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Rauchdauer gesamt: ca. 45 Minuten
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Pfeffer nimmt leicht ab
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Aromen bleiben stabil
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Zigarre wird etwas dichter, aber nicht bitter
Das Finale ist sauber, aber unspektakulär. Keine negativen Ausreißer, aber auch kein Wow-Moment.
Punktebewertung
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Konstruktion: 87 Punkte
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sehr offener Zug
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ungleichmäßiger Abbrand
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extrem lockere Asche
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insgesamt etwas pflegeintensiv
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Aromatik: 87 Punkte
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dunkle Schokolade, Röstaromen, Erde, Pfeffer
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stimmig, aber wenig komplex
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Süße oder Nussigkeit hätten gutgetan
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Preis-Leistung: 88 Punkte
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ordentlich, aber kein Schnäppchen
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andere CLE-Serien bieten mehr fürs Geld
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➡️ Gesamt: 87 Punkte – Probierempfehlung
Zusatzbewertungen (nicht in der Gesamtnote)
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Komplexität: 3 / 10
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Nikotin: 3 / 10
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Intensität: 5 / 10
Fazit
Die CLE Maduro Robusto ist eine grundsolide Zigarre, aber sie bleibt hinter den Erwartungen zurück, die CLE selbst mit anderen Serien gesetzt hat. Aromatisch funktioniert sie – keine Frage –, doch sie bietet wenig Entwicklung und verlangt durch Zug, Abbrand und Asche mehr Aufmerksamkeit, als man in diesem Preisbereich eigentlich möchte.
👉 Wer bereits die CLE-Serien kennt, sollte sie probieren, um das Portfolio komplett zu haben.
👉 Wer neu bei CLE einsteigt, findet bei Connecticut, Corojo oder Criollo die stärkeren Argumente.
87 Punkte und eine ehrliche Probierempfehlung – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Bis zum nächsten Smoke – ehrlich, kritisch und:
EtwasGenuss.
