Gurkha Fat Boy 4×60 – massive Konstruktionsprobleme trotz akzeptabler Aromatik

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Heute geht es um eine Zigarre, bei der ich mir ehrlich gesagt mehr erhofft hatte – und die leider genau das bestätigt hat, was viele Aficionados der Marke Gurkha seit Jahren vorwerfen: starke Qualitätsschwankungen.

Im Test: die Gurkha Fat Boy 4×60 – ein kurzes, extrem dickes Format, das optisch sofort auffällt und preislich bei rund 9,50 € liegt.
Ich habe diese Zigarre zweimal vollständig geraucht und bewertet – mit nahezu identischem, leider sehr enttäuschendem Ergebnis.


Steckbrief

  • Marke: Gurkha

  • Serie: Fat Boy

  • Format: 4 × 60

  • Länge: ca. 10 cm

  • Ringmaß: 60

  • Herkunft: überwiegend Nicaragua

  • Deckblatt: Ecuador

  • Umblatt: Nicaragua

  • Einlage: Nicaragua

  • Preis: ca. 9,50 €

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Erster Eindruck

Optisch macht die Fat Boy zunächst einen ordentlichen Eindruck:

  • sehr helles, sauber verarbeitetes Deckblatt

  • kaum sichtbare Blattadern

  • gleichmäßig gesetzte dreifache Kappe, die viel Spielraum beim Anschnitt lässt

  • sehr große, dominante Banderole

Kaltgeruch:

  • Holz

  • Heu

  • leichte Ledernote

Kaltzug:

  • sehr offen (ca. 20 % Zugwiderstand)

  • Leder, Holz und Heu klar erkennbar

Bis hierhin: völlig in Ordnung, sogar durchaus vielversprechend.


Rauchverlauf

Erstes Drittel

  • Sehr gute Rauchabgabe

  • Zugwiderstand ca. 40 % (leicht zu offen, aber akzeptabel)

  • Aromen:

    • helles Zedernholz (dominant)

    • Heu

    • Leder deutlich zurückhaltender

Aromatisch startet die Zigarre überraschend ausgewogen. Das Holz steht klar im Vordergrund, wirkt aber leicht und nicht dumpf. Die Rauchabgabe ist üppig, fast schon beeindruckend.

Dann beginnen die Probleme.

Bereits im ersten Drittel:

  • massiver Schiefbrand

  • erste Risse im Deckblatt

  • Abbrand korrigiert sich nicht selbst


Zweites Drittel

  • Weiterhin sehr gute Rauchabgabe

  • Zugwiderstand konstant bei ca. 40 %

  • Aromatisch kaum Veränderung

  • Konstruktion deutlich problematisch

Die Zigarre:

  • brennt weiterhin extrem ungleichmäßig

  • zeigt weitere Risse unter der Banderole

  • erfordert mehrfaches manuelles Korrigieren mit dem Feuerzeug

Aromatisch bleibt sie holzig, leicht heuig, mit minimaler Wurzel-Note – grundsätzlich okay, aber ohne Entwicklung.


Letztes Drittel

  • Rauchdauer: ca. 40–45 Minuten

  • Zigarre geht aus

  • muffiger Beigeschmack entwickelt sich

  • deutliche Wurzel-Schärfe

Spätestens hier kippt der Smoke komplett.
Der muffige Geschmack bleibt, die Balance geht verloren, die Konstruktion versagt endgültig. Die Fat Boy wird abgelegt.


Punktebewertung

  • Konstruktion: 70 Punkte
    Massive Probleme: Schiefbrand, Deckblatt-Risse, Ausgehen – klar mangelhaft

  • Aromatik: 86 Punkte
    Grundsätzlich brauchbar, aber eindimensional und durch Muffigkeit am Ende deutlich abgewertet

  • Preis-Leistung: 70 Punkte
    Für 9,50 € in dieser Qualität nicht akzeptabel – selbst als Budget-Zigarre problematisch

➡️ Gesamtwertung: 75 Punkte – keine Kauf- und keine Probierempfehlung


Zusatzbewertungen (nicht in der Gesamtnote)

  • Komplexität: 3 / 10

  • Nikotin: 3 / 10

  • Intensität: 5 / 10


Fazit

Die Gurkha Fat Boy 4×60 bestätigt leider genau das Bild, das viele von Gurkha haben:
➡️ interessante Blends, aber massive Konstruktionsprobleme.

Dass dieses Review zweimal unabhängig voneinander mit nahezu identischem Ergebnis entstanden ist, macht es noch deutlicher. Die Aromatik hätte Potenzial, wird aber durch eine inakzeptable Verarbeitung komplett zerstört.

👉 Für 9,50 € ist diese Zigarre nicht zu empfehlen – weder zum Probieren noch zum Wiederkauf.
Transparenz ist mir wichtiger als Markenname oder Partnerschaften – und deshalb fällt dieses Fazit klar aus.


Bis zum nächsten Smoke – ehrlich, kritisch und:
EtwasGenuss.


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