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Passend zur Oktoberfest-Saison haben wir heute wieder eine besondere Zigarre im Test:
die Dos Amigos 87 Zwoa Spezln.
Der Name passt perfekt zur Geschichte der Marke. „Dos Amigos“ bedeutet zwei Freunde – und mit „Zwoa Spezln“ wird genau dieser Gedanke auf gut Bayerisch aufgegriffen.
Die Zigarre erscheint als Festtagsedition passend zum Münchner Oktoberfest. Das blau-weiße Design unterstreicht diesen Bezug noch einmal deutlich.
Hinter der Idee steckt allerdings mehr als nur cleveres Marketing.
Die beiden Freunde, auf denen Dos Amigos basiert, besuchten vor vielen Jahren gemeinsam das Oktoberfest und entwickelten dabei eine besondere Verbindung zu Bayern. Einer der Inhaber, Jordi, lebt mittlerweile selbst seit vielen Jahren in Garmisch.
Die Zwoa Spezln soll deshalb künftig passend zum Oktoberfest immer wieder neu aufgelegt werden.
Preislich bleibt das Ganze erfreulich entspannt:
👉 12,90 € für ein Format ungefähr auf Toro-Niveau.
Schauen wir also, was die bayerisch inspirierte Festtagszigarre tatsächlich zu bieten hat.
Steckbrief
Marke: Dos Amigos
Serie: 87 Zwoa Spezln
Edition: Festtagsedition
Format: etwa Toro
Preis: 12,90 €
Kaufen: bei Tabak Sommer
Besonderheiten:
- Oktoberfest-inspiriertes Design
- blau-weiße Gestaltung
- textile Fußbinde
- Pigtail am Zigarrenkopf
Die textilen Fußbinden wechseln innerhalb der Kiste zwischen Blau und Weiß.
Inhaltlich gibt es dabei keinen Unterschied.
👉 Das ist reine Optik – aber eine ziemlich charmante.
Tabakmischung
- Deckblatt: Ecuador
- Umblatt: Nicaragua
- Einlage: Nicaragua
Bei den Herkunftsländern gibt es damit zunächst keine großen Überraschungen.
👉 Ecuador und Nicaragua bilden einen durchaus klassischen New-World-Blend.
Erster Eindruck
Optisch bringt die Zwoa Spezln einige interessante Details mit.
Besonders auffällig sind:
- das Pigtail am Kopf
- die textile Fußbinde
- das blau-weiße Design
- mindestens eine doppelte Kappe
- sauberer Anschnitt
Gerade die Aufmachung transportiert das Thema der Zigarre ziemlich konsequent.
Aber entscheidend ist natürlich, was sich unter der Banderole verbirgt.
Kaltgeruch
Und hier wird es direkt ziemlich deftig.
Aromen:
- kräftiges Leder
- Holz
- Heu
- ausgeprägte Scheunen- bzw. Stallnoten
Das klingt zunächst vielleicht wenig schmeichelhaft.
Gemeint ist es aber ausdrücklich positiv.
Der Geruch erinnert tatsächlich an:
👉 eine alte Scheune mit Holz und Heuboden.
Und diese Aromatik ist ausgesprochen präsent.
Die Zwoa Spezln hält sich im Kaltgeruch definitiv nicht zurück.
Kaltzug
Zugwiderstand: ca. 20 %
Damit ist die Zigarre ausgesprochen offen.
Ich hoffe zu diesem Zeitpunkt vor allem darauf, dass sich der Zug nach dem Anzünden noch etwas schließt.
Aromen:
- altes Holz
- Heu
- Scheunenaromatik
Das Leder aus dem Kaltgeruch tritt dagegen zunächst etwas in den Hintergrund.
Die Aromen wirken deftig, aber nicht unangenehm.
👉 Kein harscher oder bitterer Eindruck – sondern ein ausgesprochen rustikaler Start.
Rauchverlauf
Erstes Drittel
Direkt nach dem Anzünden gibt es zunächst eine klare Ansage:
👉 Was für eine Rauchabgabe!
Das Ding ist beinahe ein Nebelwerfer.
Konstruktion:
- kolossale Rauchabgabe
- zunächst nur 25–30 % Zugwiderstand
- später ca. 35 %
- hervorragend geschichtete Asche
- sehr gute Aschestabilität
Der Zug ist zu Beginn deutlich zu offen.
Deshalb gilt:
👉 bewusst und langsam rauchen.
Aromatisch geht es ähnlich deftig weiter wie im Kaltzug.
Aromen:
- Holz
- Heu
- Leder
Holz und Heu übernehmen zunächst die Führung.
Das Leder liegt etwas dahinter.
Im weiteren Verlauf holt es allerdings auf, sodass schließlich alle drei Komponenten ungefähr gleich stark vertreten sind.
👉 Eine aromatische Dreifaltigkeit aus Holz, Heu und Leder.
Keine riesige Entwicklung – aber eine durchaus angenehme Verschiebung.
Positiv fällt außerdem die Banderole auf.
Sie lässt sich problemlos greifen und entfernen, ohne dabei die Zigarre zu beschädigen.
So simpel das klingt:
👉 Genau so sollte es eigentlich immer funktionieren.
Zweites Drittel
Nach rund 50 Minuten hat sich der Zugwiderstand erfreulicherweise weiter verbessert.
Konstruktion:
- Zugwiderstand jetzt ca. 40 %
- weiterhin sehr gute Rauchabgabe
- sauberer Abbrand
- problemlos rauchbar
Die 40 % sind zwar immer noch etwas offener, als ich persönlich es bevorzuge, bewegen sich aber mittlerweile in einem guten Bereich.
Aromatisch bleibt die Zigarre ihrer bisherigen Linie treu.
Aromen:
- Leder
- Holz
- Heu
- neu: Erde
Und damit wird die Zwoa Spezln noch einmal eine Spur deftiger.
Die Erde bringt einen zusätzlichen herben Unterton ins Spiel.
Genau hier fehlt mir allerdings langsam ein Gegenpol.
Eine leichte Süße oder etwas Pfeffer könnten die deftigen Aromen aufbrechen und für mehr Spannung sorgen.
👉 Denn aktuell bewegt sich nahezu alles auf der dunklen, herben Seite des Aromenspektrums.
Letztes Drittel
Rauchdauer insgesamt: ca. 1 Stunde 15 Minuten
Zum Ende wird der Rauch langsam warm.
Wer damit weniger Probleme hat, dürfte durchaus noch ein paar Minuten mehr aus der Zigarre herausholen können.
Konstruktion:
- Zugwiderstand stabil bei ca. 40 %
- durchgehend gute bis sehr gute Rauchabgabe
- sauberer Abbrand
Aromatisch bleibt die Zwoa Spezln ihrer Linie treu.
Aromen:
- Leder
- Holz
- Heu
- Erde
- leichter Pfeffer
Der Pfeffer bringt zum Schluss zumindest einen kleinen neuen Akzent.
Allerdings reicht er nicht aus, um einen wirklichen Kontrast zu den dominierenden deftigen Aromen zu erzeugen.
Und genau das bleibt mein größter Kritikpunkt.
👉 Die Zigarre ist nicht schlecht – ganz im Gegenteil.
Mir fehlt lediglich etwas Balance zwischen der sehr herben Grundausrichtung und einem möglichen Gegenpol.
Punktebewertung (15-Punkte-System)
Konstruktion – 12/15 Punkte (2+)
Positiv:
- stabile Asche
- sauberer Abbrand
- sehr gute Rauchabgabe
- insgesamt problemlose Konstruktion
- Zug verbessert sich im Rauchverlauf
Der große Kritikpunkt:
- im ersten Drittel deutlich zu offener Zug
Mit anfänglich nur 25–30 % muss man die Zigarre bewusst langsam rauchen.
Im weiteren Verlauf verbessert sich das Ganze allerdings graduell und landet schließlich bei rund 40 %.
👉 Abgesehen vom offenen Start performt die Zwoa Spezln konstruktiv wirklich ordentlich.
Aromatik – 9/15 Punkte (3+)
Aromen:
- Leder
- Holz
- Heu
- Erde
- etwas Pfeffer
Die Aromatik ist grundsätzlich vollkommen in Ordnung.
Was mir fehlt, ist der Kontrast.
Die Zigarre bewegt sich sehr konsequent in einer Richtung:
👉 deftig, herb und vollmundig.
Wer genau diesen Stil sucht, dürfte meine Bewertung wahrscheinlich deutlich zu niedrig finden.
Für meinen Geschmack fehlt allerdings etwas Dynamik.
Eine cremige Süße oder eine deutlichere Würze hätte dem Aromenspiel einen spannenden Gegenpol geben können.
So bleibt eine ordentliche Aromatik, der für eine höhere Bewertung etwas Balance und Entwicklung fehlen.
Preis-Leistung – 11/15 Punkte (2)
Für 12,90 € bekommt man:
- ein stattliches Format
- rund 75 Minuten Rauchdauer
- sehr gute Rauchabgabe
- ordentliche Konstruktion
- einen klar definierten aromatischen Charakter
- eine besondere saisonale Edition
Gerade für eine noch vergleichsweise kleine Marke ist das ein absolut fairer Preis.
Und wenn die deftige Aromatik genau euren Geschmack trifft, sieht das Preis-Leistungs-Verhältnis natürlich noch einmal besser aus.
👉 12,90 € sind für das Gebotene absolut in Ordnung.
Gesamtwertung: 11/15 Punkte – Note 2
➡️ Kaufempfehlung für Freunde deftiger Zigarren
Zusatzbewertungen (nicht in der Gesamtnote)
Komplexität: 3 / 10
Nikotin: 4 / 10
Intensität: 6 / 10
Fazit
Die Dos Amigos 87 Zwoa Spezln ist eine interessante Festtagsedition, die das Oktoberfest-Thema nicht nur optisch aufgreift.
Sie liefert einen sehr klaren aromatischen Charakter:
- Holz
- Heu
- Leder
- Erde
- etwas Pfeffer
Dabei bewegt sie sich konsequent auf der deftigen und herben Seite.
Wer genau das mag, könnte an dieser Zigarre deutlich mehr Freude haben als meine Aromatikbewertung zunächst vermuten lässt.
Mein persönlicher Kritikpunkt ist vor allem der fehlende Kontrast.
Mit 3/10 Punkten bei der Komplexität verändert sie sich über die rund 75 Minuten nur überschaubar.
Die Erde kommt hinzu, das Leder gewinnt an Intensität und am Ende zeigt sich etwas Pfeffer.
Viel mehr passiert allerdings nicht.
Dafür transportiert die hervorragende Rauchabgabe die vorhandenen Aromen ausgesprochen gut.
Das sorgt für eine Intensität von 6/10 und ein durchaus langes Finish.
Beim Nikotin landet sie mit 4/10 im moderaten Bereich. Eine vernünftige Grundlage vor dem Smoke kann trotzdem nicht schaden.
Konstruktiv überzeugt sie ebenfalls weitgehend.
Lediglich der extrem offene Zug im ersten Drittel kostet Punkte.
Unterm Strich bleibt für mich eine gute Zigarre, bei der vielleicht noch ein kleines bisschen Feintuning fehlt.
Aber:
👉 Sie macht definitiv neugierig darauf, was von Dos Amigos in Zukunft noch kommen wird.
Und wer eine richtig deftige, vollmundige Zigarre sucht, sollte die Zwoa Spezln durchaus einmal ausprobieren.
Bis zum nächsten Smoke – ehrlich, unkompliziert und:
EtwasGenuss.
