Gurkha Cellar Reserve 15 Years Lancero – die beste Gurkha bisher?

Willkommen zurück bei EtwasGenuss!

Heute schauen wir uns eine weitere Neuheit von der InterTabac 2026 an:

die Gurkha Cellar Reserve 15 Years Lancero.

Die Cellar Reserve 15 Years ist grundsätzlich keine neue Linie. Neu ist allerdings das Lancero-Format, das die Serie erweitert.

Und das macht mich durchaus neugierig.

Denn mittlerweile bin ich wirklich ein kleiner Lancero-Fan geworden. Ich rauche das Format wahrscheinlich noch immer zu selten, aber umso mehr hat es mich gefreut, dass auf der diesjährigen InterTabac gleich mehrere Hersteller neue Lanceros angekündigt haben.

Gurkha gehört dazu.

Und Gurkha ist bei mir ein besonderes Thema.

Ich hatte lange Zeit kein besonders gutes Bild von der Marke. Einige Zigarren konnten mich schlicht nicht überzeugen, teilweise auch aufgrund konstruktiver Probleme.

Aber:

👉 Eine Meinung sollte man immer wieder überprüfen.

Genau das habe ich in den vergangenen Monaten getan.

Die Gurkha Heritage Maduro beispielsweise hat mich richtig überzeugt. Auch die Cellar Reserve 15 Years habe ich bereits in einem anderen Format mehrfach geraucht und aromatisch durchaus schätzen gelernt.

Jetzt stellt sich also die Frage:

👉 Kann das Lancero die guten Eindrücke bestätigen und gleichzeitig konstruktiv überzeugen?

Für 17 € sollte schließlich einiges geboten werden.


Steckbrief

Marke: Gurkha

Serie: Cellar Reserve 15 Years

Format: Lancero

Preis: 17,00 €

Kaufen: Bei CigarWorld

Besonderheit: vorgereifte Tabake

Gerade beim Preis sollte man das Format berücksichtigen.

Lancero sind vergleichsweise anspruchsvoll zu rollen. Nicht jeder Roller in einer Manufaktur beherrscht dieses schlanke Format gleichermaßen gut.

Entsprechend sind Lanceros häufig etwas teurer.

Die 17 € wirken deshalb zunächst nicht vollkommen aus der Luft gegriffen.

Entscheidend ist allerdings:

👉 Liefert die Zigarre dafür auch ab?


Tabakmischung

  • Deckblatt: Ecuador
  • Umblatt: Nicaragua
  • Einlage: Nicaragua

Damit bekommen wir einen stark nicaraguanisch geprägten Blend mit einem Deckblatt aus Ecuador.


Erster Eindruck

Optisch präsentiert sich die Cellar Reserve 15 Years Lancero etwas rustikaler.

Das Deckblatt zeigt:

  • einige deutlich sichtbare Blattadern
  • eine eher grobe Struktur
  • sichtbare Rollnähte
  • insgesamt trotzdem saubere Verarbeitung

Die sichtbaren Rollnähte empfinde ich dabei zunächst nicht als konstruktives Problem.

Durch die gröbere Struktur des Deckblatts treten sie einfach etwas stärker hervor.

Am Kopf befindet sich eine sauber angebrachte Kappe.

👉 Optisch vielleicht kein perfektes Hochglanz-Lancero, aber durchaus ordentlich verarbeitet.


Kaltgeruch

Beim Kaltgeruch wird es interessant.

Aromen:

  • Erde
  • Leder
  • Holz
  • feuchtes Moos
  • feuchtes Laub

Das Ganze bewegt sich irgendwo zwischen einem klassischen Stallgeruch und einem Spaziergang durch einen feuchten Herbstwald.

Stellt euch diesen typischen Geruch vor, wenn ihr im Herbst durch den Wald geht:

feuchter Boden, Moos, Laub und Holz.

Genau in diese Richtung geht die Zigarre.

Dazu kommt eine ziemlich präsente Ledernote.

Und zurückhaltend ist die Gurkha dabei keineswegs.

👉 Der Kaltgeruch ist kräftig und ausgesprochen charakteristisch.


Kaltzug

Zugwiderstand: ca. 30 %

Für ein Lancero ist das relativ offen.

Grundsätzlich ist mir ein etwas offenerer Kaltzug allerdings lieber als eine Zigarre, die bereits vor dem Anzünden deutlich zu fest zieht.

Aromen:

  • Erde
  • Leder
  • feuchtes Moos
  • herbstlicher Waldcharakter

Damit setzt sich der Eindruck des Kaltgeruchs ziemlich konsequent fort.

👉 Ein ungewöhnlicher, aber durchaus interessanter Kaltzug.


Rauchverlauf

Erstes Drittel

Nach dem Anzünden schließt sich der Zug erfreulicherweise etwas.

Konstruktion:

  • zunächst ca. 45 % Zugwiderstand
  • später ca. 50 %
  • gute Rauchabgabe
  • gerader Abbrand
  • etwas lockere Asche

Gerade bei einem Lancero hätte ich normalerweise gerne ungefähr 50 bis 60 % Zugwiderstand.

Das hilft dabei, das schlanke Format langsam zu rauchen und nicht unnötig heiß werden zu lassen.

Mit 45 bis 50 % funktioniert die Gurkha allerdings hervorragend.

Aromatisch überrascht sie mich direkt.

Statt der erwarteten alten und schweren Holzaromatik bekommen wir:

  • Zedernholz
  • Erde
  • Leder

Das Zedernholz steht zunächst klar im Vordergrund.

Die Erde folgt mit etwas Abstand.

Noch weiter im Hintergrund befindet sich das Leder.

Im weiteren Verlauf verändert sich das Aromenspiel allerdings bereits deutlich.

Die Erde verschwindet nahezu vollständig.

Neu hinzu kommen:

  • mittelkräftige Röstaromen
  • eine sehr dezente Pfeffernote

Das Zedernholz bleibt präsent und auch das leichte Leder hält sich.

👉 Bereits das erste Drittel bietet damit eine erfreulich deutliche Entwicklung.


Zweites Drittel

Nach rund 1 Stunde und 10 Minuten läuft die Zigarre konstruktiv weiterhin sauber.

Aromatisch passiert erneut etwas.

Die Röstaromen werden kontinuierlich kräftiger und übernehmen schließlich die Führung.

Das bedeutet:

  1. Röstaromen
  2. Zedernholz
  3. Leder im Hintergrund

Interessant ist dabei, dass das Zedernholz selbst gar nicht schwächer wird.

Die Röstaromen werden schlicht so intensiv, dass sie daran vorbeiziehen.

Die leichte Pfeffernote aus dem ersten Drittel verschwindet dagegen wieder.

Das Leder bleibt als dezente Hintergrundnote erhalten.

👉 Und damit zeigt die Cellar Reserve genau das, was ich mir bei einem derart langen Format wünsche: Entwicklung.

Die Zigarre hat eine klare Grundrichtung, verändert innerhalb dieser Richtung aber immer wieder die Gewichtung ihrer Aromen.

Auch die Banderole lässt sich problemlos entfernen, ohne das Deckblatt zu beschädigen.


Letztes Drittel

Rauchdauer insgesamt:

👉 ca. 1 Stunde und 45 Minuten

Und ich rauche die Zigarre wirklich bis nahezu zum Ende.

Langsamere Raucher dürften hier problemlos die Zwei-Stunden-Marke erreichen.

Im letzten Drittel legt die Gurkha noch einmal richtig nach.

Die Röstaromen gewinnen erneut an Intensität.

Gleichzeitig ziehen auch:

  • Holz
  • Leder

noch einmal mit.

Die Würze kehrt ebenfalls zurück.

Das Entscheidende dabei:

👉 Die Zigarre wird intensiver, ohne unangenehm zu werden.

Sie dreht zum Ende schlicht noch einmal alle vorhandenen Aromen ein Stück nach oben.

Und genau das sorgt dafür, dass auch das letzte Drittel spannend bleibt.

Nach fast zwei Stunden bleibt deshalb ein ziemlich eindeutiger Eindruck:

👉 Das war ein richtig starker Smoke.


Punktebewertung (15-Punkte-System)

Konstruktion – 13/15 Punkte (1−)

Gerade bei einem Lancero ist eine gute Konstruktion alles andere als selbstverständlich.

Positiv:

  • sehr guter Zugwiderstand
  • sauberer Abbrand
  • gute Rauchabgabe
  • problemlos rauchbar
  • fast zwei Stunden Rauchdauer

Kleine Abzüge gibt es für:

  • etwas lockere Asche
  • leicht ungleichmäßigen Abbrand im letzten Drittel

Eine Korrektur war allerdings zu keinem Zeitpunkt notwendig.

Und damit bleibt unterm Strich:

👉 eine sehr gute Konstruktion.

13/15 Punkte – Note 1−.


Aromatik – 13/15 Punkte (1−)

Hier hat mich die Gurkha wirklich überzeugt.

Wir bekommen:

  • Zedernholz
  • Erde
  • Leder
  • Röstaromen
  • leichte Pfeffernoten
  • Würze

Und vor allem bekommen wir Entwicklung.

Die Zigarre ist:

  • komplex
  • vollmundig
  • abwechslungsreich
  • fein abgestimmt
  • ausgewogen

Nahezu jedes Aroma findet einen passenden Gegenpart.

Dadurch wirkt die Komposition über die lange Rauchdauer sehr harmonisch.

Was hätte für eine noch bessere Bewertung gefehlt?

👉 Ein Hauch Süße.

Gerade bei einer bereits derart komplexen Aromatik hätte eine leichte cremige oder süßliche Komponente für mich noch das letzte bisschen Balance geschaffen.

Trotzdem:

13/15 Punkte – Note 1−.


Preis-Leistung – 13/15 Punkte (1−)

17 € sind natürlich kein Schnäppchen.

Aber man muss das Gesamtpaket betrachten.

Dafür bekommen wir:

  • ein anspruchsvoll zu rollendes Lancero
  • vorgereifte Tabake
  • sehr gute Konstruktion
  • komplexe Aromatik
  • hohe Vollmundigkeit
  • rund 1 Stunde und 45 Minuten Rauchdauer

Wer langsamer raucht als ich, dürfte sogar auf mindestens zwei Stunden kommen.

Und dann relativiert sich der Preis ziemlich schnell.

Rechnet man die Rauchdauer beispielsweise auf eine Robusto herunter, landen wir grob bei einem Gegenwert von etwa 8,50 € für eine halb so lange Rauchdauer.

👉 Unter diesem Gesichtspunkt sind 17 € absolut angemessen.

Deshalb auch hier:

13/15 Punkte – Note 1−.


Gesamtwertung: 13/15 Punkte – Note 1−

➡️ Klare Kaufempfehlung

Und das sage ich als jemand, der Gurkha in der Vergangenheit durchaus kritisch gegenüberstand.

Genau deshalb finde ich dieses Ergebnis umso interessanter.

Denn die Cellar Reserve 15 Years Lancero zeigt:

👉 Gurkha kann einfach richtig gute Zigarren machen.

Für mich ist sie sogar eine der besten Gurkha, die ich bisher geraucht habe.


Zusatzbewertungen (nicht in der Gesamtnote)

Komplexität: 6 / 10

Nikotin: 4 / 10

Intensität: 6 / 10


Fazit

Die Gurkha Cellar Reserve 15 Years Lancero hat mich positiv überrascht.

Und zwar nicht nur ein bisschen.

Wir bekommen über fast zwei Stunden:

  • Zedernholz
  • Röstaromen
  • Erde
  • Leder
  • Pfeffer
  • Würze

Dabei besitzt die Zigarre eine klare aromatische Grundrichtung.

Sie ist durchaus deftig, aber niemals überwältigend herb.

Innerhalb dieser Grundrichtung verändert sie sich immer wieder.

Die Erde verschwindet.

Röstaromen kommen hinzu.

Diese übernehmen später die Führung.

Pfeffer taucht auf und verschwindet wieder.

Im letzten Drittel werden Holz, Leder, Röstaromen und Würze schließlich noch einmal deutlich intensiver.

Genau deshalb bekommt sie bei der Komplexität 6/10 Punkte.

Keine komplette aromatische Kehrtwende, aber genug Entwicklung, damit auch ein fast zweistündiger Smoke nicht langweilig wird.

Beim Nikotin bleibt die Cellar Reserve mit 4/10 Punkten vergleichsweise entspannt.

Man merkt durchaus, dass man eine große Zigarre geraucht hat.

Eine vernünftige Mahlzeit vorher würde ich trotzdem empfehlen.

Dann sollte das Nikotin für erfahrene Raucher allerdings gut zu handhaben sein.

Bei der Intensität landen wir schließlich bei 6/10 Punkten.

Ursprünglich hatte ich hier sogar nur 5/10 notiert.

Dann kam das letzte Drittel.

Dort legt die Zigarre noch einmal spürbar zu und katapultiert ihre vorhandenen Aromen auf ein höheres Niveau.

Und das macht gerade den Abschluss noch einmal richtig interessant.

Für 17 € bekommt ihr damit eine hervorragend funktionierende Lancero mit fast zwei Stunden Rauchdauer, guter Komplexität und einer sehr gelungenen Aromatik.

Und ja:

👉 Für mich ist das wahrscheinlich die beste Gurkha, die ich bisher geraucht habe.

Wer Lanceros mag oder der Marke Gurkha vielleicht nach schlechten Erfahrungen noch einmal eine Chance geben möchte, sollte sich die Cellar Reserve 15 Years Lancero definitiv anschauen.

13/15 Punkte, Note 1− und eine klare Kaufempfehlung.

Bis zum nächsten Smoke – ehrlich, unkompliziert und:

EtwasGenuss.


Related Posts

5 für 25 Euro – Gute und günstige Zigarren für Einsteiger

Wer anfängt sich mit Zigarren zu beschäftigen, der ist angesichts der riesigen Auswahl schnell überfordert. Ich habe daher mal ein Paket mit 5 Zigarren zusammengestellt, das nicht mehr als 25 Euro kostet und eine große Bandbreite abdeckt. Es geht also um gute und günstige Zigarren […]

Der größte Zigarrennachschub aller Zeiten – Teil 2 (dank Zuschauerpost) | Zigarren Haul vom 18. September 2024

Dank Zuschauer Swen, auch bekannt als Whiskygermane, gibt es absolut unfassbar großzügigen Nachschub in Sachen Zigarren. Wir mussten den Haul sogar aufteilen. Was im zweiten Teil der Zuschauerspende enthalten ist, erfahrt ihr in diesem Video. Zigarren Hernandez & Ruiz Robusto 6,50 € https://www.cigarworld.de/zigarren/panama/hernandez-ruiz-robusto-90012340_26030 House of […]



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert